Neue Schlattweg-Planung ohne Qualität

Eingezäunter Asphalt: Muster für den Schlattweg?

Eingezäunter Asphalt: Muster für den Schlattweg?

Bei der Schlattweg-Planung geht es in die letzte Runde.
Das Foto zeigt was nach der aktuellen Planung zu erwarten ist.
Bürgerverein fordert bessere Planung (s. BV-Stellungnahme)

Dez. 2015 – Info des BV zum Sachstand: Die erneute Offenlage ist Anlass noch einmal Sachstand und Positionen in diesem umstrittenen BPlan-Änderungsverfahren Haid-Süd, das den Schlattweg unmittelbar betrifft, darzustellen. Obwohl die überarbeitete neue Planung den Schlattweg wieder als eigenständigen Weg enthält, ist die vorgesehene Qualität des Weges immer noch weit von gültigen Planung entfernt und entspricht bei weitem nicht der Bedeutung dieser Fuß- und Radweg-Achse.
(s.BV-Stellungnahme)

Der Schlattweg beginnt am St. Georgener Friedhof, überquert die Umgehungsstraße und durchquert danach das entstehende Gewerbegebiet Haid-Süd. Er ist die einzige autofreie Verbindung von St. Georgen in den Mooswald und damit für den Stadtteil, aber auch über den Stadtteil hinaus, eine wichtige grüne Achse in die Naherholungsbereiche im Mooswald und rund um Keidelbad und Kurbetriebe im Heilquellengebiet.

Der derzeit gültige Bebauungsplan: Dieser BPlan Nr. 6-158 (s. Anlage: Lageplan 2012) wurde 2012 beschlossen und weist den Schlattweg als qualitätsvolle Grünspange zwischen dem Stadtteil und dem Mooswald aus. Der Schlattweg wird dort in einem 15 m breiten öffentlichen grünen Band mit einer durchgehenden öffentlichen Baumallee geführt. Die beidseits liegenden Baugrenzen für die Gewerbebauten haben einen Abstand von 27 m. (siehe Anlage: -Perspektive mit Querschnitt 2012)

Das BPlan-Änderungsverfahren: Im Jahr 2014 leitete die Stadt ein BPlan-Änderungsverfahren (Plan-Nr. 6-158a) ein, um der erhöhten Nachfrage nach kleineren Grundstücken gerecht zu werden. Auch hatten angrenzende Großbetriebe nach städt. Aussage kein Interesse mehr an Erweiterungen. Eine neue Gewerbe-Erschließungsstraße wurde erforderlich. In dieser ersten BPlan-Änderung, die im Okt. 2014 offengelegt wurde, war der eigenständige Schlattweg völlig eingespart und der Fuß- und Radverkehr sollte über die neue Gewerbestraße geführt werden (s. Anlage: BPLan-Änd. Haid-Süd, Stand 09-2014). Hiergegen erhoben Bürgerverein und sämtliche Heilquellenbetriebe, einschließlich des Keidelbads, Einspruch und forderten die Beibehaltung dieser wichtigen autofreien Verbindung. Die Initiative Schlattweg demonstrierte im März 2015 mit einem Marsch über den Schlattweg, die Kur- und Heilquellenbetriebe im Mooswald stellten Ihre Sicht der Dinge der Presse vor, der Bürgerverein warb bei Stadtverwaltung und Gemeinderäten für eine bessere und vor allem zukunftsfähigere Planung.

Erste Kompromisse: Im April 2015 signalisierte die Stadtverwaltung, dass der eigenständige Weg nun doch erhalten werden könne, ohne die Planung jedoch öffentlich vorzustellen. Diese Planung wies den Schlattweg jedoch nur noch mit einem schmalen einseitigen Grünstreifen aus.

Die St. Georgener Position: In weiteren Gesprächen mit der Bauverwaltung und mit Gemeinderäten bemühte sich der Bürgerverein um eine angemessene qualitätsvollere Ausgestaltung dieser über den Stadtteil hinaus wichtigen Wegverbindung. Wichtigste Forderung, die auch im OB-Bürgergespräch im Juni 2015 im Stadtteil von vielen Seiten vorgebracht wurde, war die Abzäunung der zukünftigen Gewerbebetriebe nicht direkt am Wegrand anzubringen und die bisher hinter dem Zaun geplante Baumreihe dem öffentlich zugänglichen Bereich zuzuordnen. Dies sollte für „Green-City“ eigentlich selbstverständlich sein. Die Baumreihe, sie hat auch die wichtige Funktion einer Fledermausleitstruktur, ist als ökologische Ersatzmaßnahme zwingend erforderlich. Auch wichtige St. Georgener Beherbergungsbetriebe, wie „Hotel Schiff“ und „Weingut Faber“ und erneut alle Heilquellenbetriebe wandten sich mit ähnlichen Forderungen an die Stadtspitze.

Die neue Planung: Die nun am 27.10.2015 vom Gemeinderat mit lediglich 6 Gegenstimmen und 1 Enthaltung zur Offenlage beschlossene Planung sieht den Schlattweg als eigenständigen 4 m breiten Weg mit einem einseitigen nur 2,50 m breiten Grünbankett vor (s. Anlage: BPlan-Änd Haid-Süd Nr 6-158a_Lageplan). Dieser, von bisher 15 m auf nur noch 6,50 m reduzierte schmale öffentliche Streifen verläuft zwischen eingezäunten Gewerbeflächen. Auf der Südseite, hier steht die Abzäunung direkt am Wegrand, ist dahinter auf privaten Gewerbeflächen die o. g. Baumreihe vorgesehen. Der Abstand der Baufluchten verringert sich von bisher 27 m auf 15,50 m. Das beiliegende Foto „Eingezäunter Asphalt: Muster für den Schlattweg?“ zeigt eine vergleichbare an anderer Stelle bestehende Situation und gibt einen deutlichen Eindruck davon, was aufgrund der jetzt offengelegten BPlan-Änderung am Schlattweg zu erwarten ist.

Das Verfahren: Wer mit dieser Planung nicht zufrieden ist kann seine Einwände an das Stadtplanungsamt richten. Alle Planunterlagen liegen bis zum 18.12.2015 dort auch zur Einsicht aus. (Details siehe Info-Kasten). Auch nach Beendigung der formellen Offenlage sind natürlich Schreiben an die Stadt Freiburg möglich.

Offenlage der BPlan-Änderung vom 16.11. – 18.12.2015

im Stadtplanungsamt Freiburg (z.Z. im Telekomgebäude) im 8.OG, Berliner Str.1
Öffnungszeiten: Mo-Do: 9-12 und 14-16 Uhr, Fr: 9-12 Uhr
oder nach Vereinbarung Tel: 201-4153

Stellungnahmen bis 18.12.2015
an das Stadtplanungsamt Freiburg, Berliner Allee 1, 79114 Freiburg,
e-mail: stadtplanungsamt@stadt.freiburg.de

Fazit

Der Bürgerverein ist der Auffassung, dass nur mit einer attraktiver Ausgestaltung dieser für den nichtmotorisierten Verkehr wichtigen Achse, eine nachhaltige Vernetzung zwischen dem Heilquellenbereich, dem Naherholungsgebiet Mooswald und St. Georgen, aber auch zu den übrigen Stadtteilen erhalten und weiterentwickelt werden kann. Der Bürgerverein fordert auf eine Abzäunung direkt am Wegrand zu verzichten und die Baumallee für Bürger, Spaziergänger, Erholungssuchende, Kurgäste und alle anderen Nutzer des Weges öffentlich zugängig zu machen.

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