Maibaumstellen 2018

mit anschließendem Hock im Weingut Faber

Am 30. April ist für viele ein ganz besonderer Termin im Jahresverlauf. Manche feiern die magische Walpurgisnacht, manche tanzen in den Mai und an einigen Orten im süddeutschen Raum wird ein Maibaum aufgestellt.

Dieser Brauch stammt vermutlich aus vorchristlicher Zeit. Die frischen Bäume waren ein Zeichen des wiederkehrenden Frühlings, aber auch das Symbol für Fruchtbarkeit. Der Brauch, einen geschälten und mit Kränzen und Bändern geschmückten Baum zum 1. Mai aufzustellen, entwickelte sich im 16. Jahrhundert in Deutschland. Da er heidnischen Ursprungs war, wurde der Brauch über die Jahrhunderte immer wieder verboten.

Feiern und Tanzen gehören untrennbar zum Aufstellen des Maibaums. Das war der weltlichen und der kirchlichen Obrigkeit im 18. Jahrhundert ein Dorn im Auge und man versuchte, den Maibaum erneut zu verbieten – allerdings ohne Erfolg.

Ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert stammt die Tradition, neben Kränzen und Bändern auch kleine Tafeln an Querbalken am Maibaum anzubringen. Darauf sind Handwerk und Gewerbe des Ortes vertreten, die es als Gewerke heutzutage kaum noch gibt. Der Maibaum steht seither für Gedeihen und Wachstum sowie für Glück und Segen.

Auch in St. Georgen hat das Maibaumstellen eine längere Tradition, die mit einiger Vorbereitung und Organisation seitens des Bürgervereins jedes Jahr stattfinden kann. Am 30. April um 18 Uhr ist alles bereit für diese spektakuläre Aktion, alles abgesperrt, die zahlreichen Zuschauer warten hinter der sicheren Absperrung, bis der geschmückte Stamm aufrecht neben der Wendlinger Marienkapelle steht. Die Georg’s Schalmeien schmettern ihre schmissigen Lieder und überbrücken mögliche Aufbaupausen.

Wenn der Maibaum aufgerichtet ist, geht es ein paar Schritte weiter in den Hof des Weingutes Faber, wo ein gemütlicher Hock mit Bewirtung und Getränken aller Art stattfindet. Auch dieses Jahr waren viele gekommen, um am letzten Tag des Aprils zusammen zu sitzen, um dann unter einem herrlichen Vollmondhimmel diesen Tag in den Mai hinein zu beenden.

Ein Artikel dazu ist im St. Georgener Boten Heft 5 zu lesen.

http://www.meierdruck-freiburg.de/fileadmin/uploads/bote.pdf

 

Und …

Der Maibaum wird wieder abgebaut

An einem ruhigen Samstag während den Pfingstferien wurde der Platz vor der Marienkapelle wieder abgesperrt …. und alles ging retour. So wirkungsvoll der Maibaum aufgestellt wurde, so unspektakulär, aber dennoch​ beeindruckend effektiv wurde der Baum am Ende der Saison, wieder abgebaut.

Alle aufgestellten Teile, einschließlich Stamm, sollen nächstes Jahr wohl Verwendung finden. Sorgfalt beim Abbau und das Sammeln der Bänder, Schilder, Wappen und Schrauben waren daher Pflicht bei dieser Tätigkeit. Alles vom Aufbau Ende April blieb am Ende wohl erhalten. Großer Bagger, Tieflader, Absperrung und Helfer. Nur Zuschauer waren keine vor Ort anzutreffen. Bei sommerlich warmen Temperaturen ging die Aktion leise und problemlos vonstatten!

©A. Engler

alle Foto: BV St.Georgen