Fundstück des Monats Oktober Alltag im Krieg und zu Hause in St. Georgen

Nur mit Hilfe der Feldpost war eine Verbindung zwischen den Lieben zu Hause und den Soldaten im Feld im 1. Weltkrieg möglich. Durch einen Glücksfall hat sich nahezu die gesamte Korrespondenz zwischen Wilhelm Koch und seiner späteren Frau Maria Koch erhalten. In einem Karton sind die unscheinbaren Karten und auch einige Briefe bis heute aufbewahrt. Bild- oder Fotopostkarten gibt es wenige im Bestand. Informationen sind oft zwischen den Zeilen herauszulesen. Passend zum Fundstück des Monats im Oktober 2020, haben wir zwei Karten vom Oktober 1914 aus der Korrespondenz heraus gesucht. In der Karte vom 8. Oktober bedankt Wilhelm sich für Briefe und Pakete. Die Unterhosen und Socken kann er in den kommenden kühlen Tagen bestimmt gut gebrauchen. Er erwähnt auch Karl (Kiefer), der mit einer Schwester von Marie verheiratet ist und im gleichen Regiment wie Wilhelm dient, aber Unteroffizier ist. In der Karte vom 13. Oktober bedankt Wilhelm sich für ein Paket mit Trauben, das Marie ihm geschickt hat. Die Trauben waren wohl etwas überreif, haben Wilhelm und seinen Kameraden Fritz (Koch) und Gustel (Salb) aber dennoch gut geschmeckt. Auf beiden Karten wird durch das Schicken von Grüßen an Bekannten und Verwandte deutlich, wie wichtig das Beziehungsgeflecht zu Hause für die Soldaten im Feld war. Zwischen den Zeilen können wir viel über den Alltag im Krieg und zu Hause erfahren. Ehemalige Mitbürger nehmen wieder Gestalt an. Der Satz „Sonst geht es mir gut was ich auch von dir hoffe“, der in fast jeder Sendung zu lesen ist, erhält seine Bedeutung im Licht der permanenten Todesgefahr an der Front.

Haben auch Sie Fotos oder Dokumente von St. Georgen, die Sie uns (leihweise) zur Verfügung stellen können, dann wenden Sie sich an Martina Kiefer, Tel. 471410 oder fallerduni(at)web.de

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