Ein St. Georgener Wegekreuz steht wieder

Zwei Jahren lang fehlte aufgrund eines Unfallgeschehens das Steinkreuz an der Kreuzung Basler Landstraße, Langgasse und Sarahof. Ein Wegekreuz oder Flurkreuz steht meist an markanten Stellen wie einer Kreuzung, Straße oder an einem Weg, manchmal am Feldrand oder ganz im Wald. Es kann aus Holz, Stein oder Metall bestehen. Häufig sind Flurkreuze als Kruzifixe, das heißt mit Darstellung des gekreuzigten Christus, gestaltet. Es gibt viele Kreuze dieser Art. Die Anlässe für ihre Errichtung waren vielfältig und waren meist ein Zeichen besonderer Ereignissen. Sei es der Dank für abgewendetes Unheil oder überstandene Krankheiten wie der Pest, gute Ernten, die Heimkehr aus einem Krieg oder als Kennzeichnung eines Wallfahrtweges.

Wegekreuze können viele Geschichten erzählen.

Die Stifter dieses Kreuzes aus Jahr 1851, Johann Jakob Schitterer und Katharina Koch, sind im Schriftstein festgehalten. Ein konkreter Anlass kann diesem Steindenkmal nicht zugeordnet werden. Flurkreuze laden die Vorbeigehenden zum Gebet und zur Besinnung ein. Dies kommt, wie hier, durch eine entsprechende Aufschrift zum Ausdruck.

Die starke Beschädigung des St. Georgener Kreuzes erforderte eine aufwendige Restaurierung und wurde von Fachleuten übernommen. Der Steinrestaurator und Bildhauermeister Armin Hellstern übernahm die Aufgabe, die er mit seinem Nachfolger Lars Luther jetzt beendete. Dieser übernahm auch das Aufstellen des großen Steinkreuzes, das mit schwerem Gerät an seinem ursprünglichen Platz geschafft wurde.

Einfach war die Restaurierung nicht. Der Basis- oder Sockelstein war noch im Original erhalten. Der Kalksandstein für den Grundstein und Schriftstein kam aus Pfaffenweiler, aber für den weiteren Aufbau musste der Stein von weiter her beschafft werden. Der benötigte gelbe Sandstein kam, mangels Steinbrüchen in der Nähe, aus Udelfang bei Trier, ein weicher Stein, der aufgrund seiner Feinkörnigkeit bei Steinbildhauern sehr begehrt war und ist.

Vielen Dank an beide Restauratoren, wie auch an Michael Eck, der für den Bürgerverein den Werdegang der Sanierung verfolgte, den Kontakt pflegte und am 7. Juni ein schönes Zusammentreffen zur feierlichen Aufstellung des Wegekreuzes an der Basler Landstraße organisierte. Es fanden sich einige dort ein, das Interesse war groß, mehr über das restaurierte Denkmal zu erfahren. Vorstände des Bürgervereins waren vertreten, Nachbarn und auch direkte Nachfahren von Jakob Schitterer und Katharina Koch. Michael Eck bedankte sich bei allen für ihr Engagement.

Pfarrer Wehrle von der Seelsorgeeinheit St. Georgen-Hexental war vor Ort, um das neue Wegkreuz zu segnen und zu weihen. Er wies in seinen Worten darauf hin, dass es mehrere Kreuze in St. Georgen gibt. Jedes hat seinen Anlass und seinen Grund und ist immer verbunden mit dem christlichen Glauben. Manchmal sind es nur kleine Holzkreuze am Straßenrand, verknüpft an einen traurigen Unglücksfall. Jedes Kreuz, so Pfarrer Wehrle, erinnert daran, woher wir kommen. Das steinerne Wegekreuz wurde mit dem Weihwasser der Osternacht geweiht.

© A. Engler

alle Fotos: BV Fr. – St. Georgen